Prozessstandschaft

Prozessstandschaft bezeichnet das Recht, in eigenem Namen ein fremdes Recht gerichtlich geltend zu machen. Eine gewillkürte Prozessstandschaft, welche also rechtsgeschäftlich zwischen Rechteinhaber und Prozessstandschafter vereinbart wurde, ist bei wirksamer Ermächtigung und eigenem schutzwürdigen Interesse des Prozessstandschafters an der Geltendmachung der Rechte zulässig. Dies gilt auch für das Widerspruchsverfahren. Eine passive Prozessstandschaft, also die Nutzung eines fremden Rechts als Einrede durch den Beklagten, ist nur möglich, wenn der Beklagte aufgrund schuldrechtlicher Gestattung zur Benutzung des Rechts des Dritten berechtigt ist und das Recht des Dritten auch gegenüber dem Kläger durchsetzbar ist.